Fazit

Geschafft. Sonderzug 2 hat uns pünktlich 06:00 Uhr am heutigen Morgen in Frankfurt a. Main (West) rausgeworfen und dann: standen wir da. Ein kleines Problem mit der Anforderung des Busses hat unsere weitere Rückfahrt in die Heimatstandorte etwas verzögert. Nach einer sehr, sehr kurzen Nacht keine angenehme Situation, aber für Soldaten ist warten ja nichts Ungewöhnliches.
Deshalb heute auch nur ein kleines Abschlussupdate in Form des soeben nachgereichten Videos.

Selbstverständlich möchte ich mir es auch nicht nehmen lassen, ein kleines Fazit aus meiner persönlichen Sicht, als Nicht – Katholik auf der ersten Wallfahrt nach Lourdes, zu geben.
Also: es lohnt sich – wenn man sich als Soldat wohlfühlt und gerne mit den unterschiedlichsten Nationen ins Gespräch kommen will. Und gerne auch mehr. Die Geschichten aus dem Zeltlager und die Gesichter der Soldaten, die dort die letzten Tage verbringen durften, sprechen Bände und eine Sprache: Gerne wieder. Fazit hierzu: unbedingt machen. Und zwar im Zeltlager. Ist zwar alles eher behelfsmäßig, aber genau deshalb so gemütlich und zusammenführend. Im Zeltlager ist Lourdes ein großes Fest und dementsprechend viele der Soldaten sind auch nur deshalb hingefahren. Während der Zeit der Soldatenwallfahrt ist auch nachts in den Gassen (in denen tagsüber diverse Pilger-Souvenirs erhältlich sind) rund um den Heiligen Bezirk reges treiben. Da spielen die Orchester der verschiedenen Nationen und man kommt sehr leicht ins Gespräch.

Wallfahrt nach Lourdes im Hotel, und dann auch noch nicht zur Zeit der Soldatenwallfahrt, ist aus meiner Sicht dagegen lediglich eingeschränkt empfehlenswert. Der Heilige Bezirk ist zwar sehenswert, aber sehr stark überlaufen, so dass wenig Zeit und Raum für Besinnlichkeit und die Ausübung des Glaubens bleibt. Zeit dafür ist bspw. des nächtens gegen 02:00 Uhr, wenn die Haupttore geschlossen und die meisten Pilger im Bett sind. Dann ist der Bereich der Grotte nur noch über einen Nebenweg zugänglich und auch ein Ort der Besinnlichkeit. Wer es natürlich mag, seinen Glauben gemeinschaftlich mit sehr vielen Anderen gleichzeitig auszuüben und sich von all dem Trubel und „Hintergrundrauschen“ nicht gestört fühlt, dem sei zur Fahrt nach Lourdes geraten.

Nachgereicht: Eröffnung der 54. Soldatenwallfahrt

Einem Mix von Olympia und Rockkonzert hatte die Eröffnungsfeier der 54. Soldatenwallfahrt in der unterirdischen Basilika Pius X. Der Einmarsch der Fahnen der Nationen und der Delegationen wurde bei den meisten der 34  Nationen mit einem Musikkorps begleitet. Erwähnenswert ist dabei vor allem die „Band“ der Elfenbeinküste, die aus sechs Musikern bestand, deren Beat aber in die Beine ging. Die Bischöfe der Nationen wurden dabei gefeiert wie Popstars. Die 1958 erbaute Basilika mit ihren 25.000 Plätzen, schien dabei regelrecht zu kochen. Eine Atmosphäre, die uns beide beeindruckt hat.

Video bei YouTube

„In Lourdes zusammenfinden“

Beim gestrigen Empfang im deutschen Zeltlager hat sich Generalleutnant Bruno Kasdorf mit einer kurzen Ansprache an die deutschen Pilger gewandt. Wie in seinem kurzen Interview mit uns betonte er die Notwendigkeit des gemeinsamen, nationalitätenübergreifenden Einstehens für den Frieden. Eine solche Wallfahrt dient dabei auch der Verständigung der Soldaten untereinander und der Festigung des Zusammenstehens.

Video bei YouTube

Im Gespräch II: General Kasdorf

Der stellvertretende Inspekteur des Heeres ist der höchste Vertreter des deutschen Militärs in Lourdes.
Generalleutnant Bruno Kasdorf wurde katholisch erzogen, hat 4 Kinder und eine evangelische Ehefrau.
Dies ist seine erste Wallfahrt. Natürlich konnte auch er sich nicht DER Frage des Blogs entziehen.
Sehen Sie das Interview hier:

Das Gespräch auf YouTube:

Im Gespräch I: Staatssekretär Stéphane Beemelmans

Im deutschen Zeltlager war am heutigen Samstag Vormittag Zeit für Besinnung und ungezwungene Gespräche. Zunächst führte Militärbischof Overbeck einen Gottesdienst mit Firmung und Taufe einiger Soldaten und Soldatinnen durch. Im Anschluss gab es noch die Gelegenheit für Gespräche mit den anwesenden hochrangigen Vertretern aus Politik und Militär. Auch wir haben die Gelegenheit für Nachfragen genutzt. Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, Herr Stéphane Beemelmans, war dabei einer unserer Gesprächspartner. Natürlich haben wir auch DIE Frage des Blogs gestellt: Was bedeutet Glauben für Sie, Herr Beemelmans?

Das Gespräch auf YouTube:

Militärbischof Overbeck empfängt deutsche Delegation

Kurz vor der Eröffnungsfeier in der unterirdischen Basilika Pius X, hatte Militärbischof Dr. Franz-Josef Overbeck am Freitag die deutsche Delegation, zu der u.a. Herr Staatssekretär Stéphane Beemelmans gehörte, zu einem Stehempfang geladen. Sehen Sie hier die Bilder und die, sehr hörenswerten, Begrüßungsworte des Bischofs.

Video der Ansprache bei YouTube:

Video der Ansprache des Bischofs

Glauben bedeutet für: Familie Schlaus

Familie Schlaus wohnt im in der Nähe von Koblenz, also im wundervollen Rheinland, in dem der Autor dieses Artikels ebenfalls zwei schöne Jahre seiner Dienstzeit verbringen durfte. Beide Söhne der Familie haben in der Bundeswehr gedient. Dies ist ihre sechste Wallfahrt, die sie extra in die Zeit der Soldatenwallfahrt gelegt haben, um das Besondere daran zu erleben.

„Glauben ist für uns die Liebe zwischen den Menschen, das Miteinander. Wir gehen auch mindestens jeden Sonntag in die Kirche. Glaube macht nach unserer Ansicht die Menschen froh.“

Nachgereicht: Impressionen einer Zugfahrt

Versprochen ist versprochen: Wir haben gesagt, wir werden aus dem Sambawagen berichten. Hier nun einige Fotos der Zugfahrt, die für die Kameraden, die am Start unseres Sonderzuges in Hamburg zugestiegen waren, immerhin 27 Stunden gedauert hat. Dadurch gab es zu späterer Stunde schon viele müde Geister. In vielen Gesprächen wurde uns aber versichert, dass der Sambawagen auf der Rückfahrt noch sehr viel besser sein soll. Warten wir es ab. Geprägt war die Zugfahrt von einem Geist der Offenheit. Die Abteiltüren waren grundsätzlich, zunächst, alle offen und jeder, der vorbeiging, war sofort in ein Gespräch verwickelt. Geteilt wurde ebenfalls viel: Vom Lübecker Marzipan bis zu, naja, Altbekanntem eben.